Fotografien im Flüchtlingscamp Azraq – Ursprung der Ausstellung „AZRAQ“
Aus eigener Initiative bin ich 2015 in das jordanische Flüchtlingscamp Azraq gereist – ohne Auftrag, ohne journalistische Vorgaben. Nahe der syrischen Grenze, rund 70 Kilometer von Amman entfernt, leben hier bis heute Zehntausende Frauen, Männer und vor allem Kinder, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind.
Mein Ziel war es, den Menschen dort ein Gesicht zu geben – jenseits der vereinfachenden Kategorie des „Flüchtlings“, die in der medialen Berichterstattung oft übrig bleibt. Vor Ort habe ich Menschen porträtiert und mit ihnen gesprochen: über ihr Leben vor dem Krieg, ihren Beruf, ihre Heimat, ihre Familie.
Diese Aufnahmen und Interviews bildeten später die Grundlage für die Ausstellung „AZRAQ – Portraits aus dem jordanischen Flüchtlingscamp“, die 2016 in der Alten Textilfabrik in Frankfurt gezeigt wurde. In Kooperation mit dem Frankfurter Jugendring, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Initiative Love Painter der Agentur U9 verband die Ausstellung meine Fotografien mit den Originalstimmen der Porträtierten – Bild und Ton ergänzten sich zu einem Erfahrungsbericht, der zeigen sollte: Hinter jedem Gesicht steht eine eigene Geschichte.
Begleitet wurde die Ausstellung von der ganztägigen Veranstaltung „Gedanken zuFlucht“, auf der Expertinnen und Experten aus Medien, Wissenschaft und NGOs über Fluchtursachen, Europas Grenzpolitik und gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutierten – unter der Schirmherrschaft des damaligen hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir. Für das Projekt erhielt die Agentur U9 später den Bürgerpreis der Stadt Frankfurt.
Für mich war diese Reise mehr als eine fotografische Arbeit – sie war der Versuch, mit der Kamera etwas sichtbar zu machen, das in der schnellen Nachrichtenwelt sonst oft verloren geht: die Menschlichkeit hinter der Krise.
























































