Mission UNIFIL – ZDF-Reportage auf der Korvette Oldenburg im östlichen Mittelmeer
Nicht weit von der libanesischen Hauptstadt Beirut entfernt steht die Bundeswehr gemeinsam mit Marineeinheiten weiterer Nationen im Einsatz gegen Waffenschmuggel und Terrorismus. Im östlichen Mittelmeer trainieren libanesische und deutsche Soldaten hier den Ernstfall. Für meine Reportage durfte ich die Besatzung der Korvette Oldenburg über mehrere Tage begleiten und ihren Alltag im Einsatz dokumentieren.
Die UNIFIL-Mission (United Nations Interim Force in Lebanon) ist eine der wichtigsten und ältesten Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Sie wurde 1978 gegründet, um den Rückzug israelischer Streitkräfte aus dem Libanon zu überwachen und die libanesische Regierung beim Aufbau ihrer Autorität zu unterstützen. Nach dem Libanonkrieg 2006 kam mit der Maritime Task Force (MTF) erstmals eine maritime Komponente hinzu – die erste, die je in eine UN-Mission integriert wurde. Sie überwacht die libanesische Küste, unterbindet den Waffenschmuggel auf See und stellt die Einhaltung des Waffenembargos gemäß UN-Resolution 1701 sicher. Gleichzeitig bildet sie die libanesische Marine aus, damit diese die Sicherung ihrer Hoheitsgewässer langfristig selbst übernehmen kann.
„Wir sind hier in See mit einer Task Force von insgesamt sechs Schiffen verschiedener Nationen: Indonesier, Griechen, Türken, Bangladeshis, Brasilianer und wir Deutschen“, erklärt Korvettenkapitän Stephan Lukaszyk, Kommandant der Oldenburg. Er ist überzeugt, dass UNIFIL als Teil des Auftrags auch dazu beiträgt, den Terrorismus in der Region einzudämmen.
An Bord sind 63 Besatzungsmitglieder, darunter fünf Soldatinnen. Eine von ihnen ist Inken, die 24-jährige Sanitätsmeisterin – sie ist bereits die dritte Generation ihrer Familie, die zur See fährt; schon Vater und Großvater waren begeisterte Marinesoldaten. „Von der Behandlung einer Erkältung bis zum akuten medizinischen Notfall ist hier alles vertreten“, sagt sie.
Im Mittelpunkt der Übung steht das sogenannte Boarding. Die Männer der libanesischen Kampfeinheit seilen sich aus dem Armeehubschrauber auf die Oldenburg ab, andere nähern sich mit Schnellbooten der deutschen Korvette. Elie El Sayah, Leiter des libanesischen Boarding-Teams, beschreibt die Aufgabe: „Wir registrieren jedes verdächtige Verhalten eines Schiffes und untersuchen es dann sofort. Nicht selten finden wir geschmuggelte Waren an Bord.“
Präzise und schnell gehen die libanesischen Soldaten an Bord, durchsuchen jeden Winkel. Deutsche Bundeswehrsoldaten spielen die Waffenschmuggler und Terroristen. Innerhalb weniger Minuten überwältigt die Spezialeinheit die vermeintlichen Angreifer, erreicht die Brücke und sichert das Schiff. Im Ernstfall geht es bei solchen Einsätzen um Leben und Tod – entsprechend ernst wird trainiert.
Von der engen Zusammenarbeit profitieren vor allem die libanesischen Soldaten in Ausbildung und Schulung. Hendrik Lublow, zweiter Radarmeister auf der Oldenburg, weiß um die Bedeutung der täglichen Übungen: „Wenn die Kameraden das nicht üben, kann man auch nicht erwarten, dass es drillmäßig richtig abläuft, wenn es zu einer ernsthaften Situation kommt.“
Gegen Mittag verlassen die libanesischen Soldaten die deutsche Korvette wieder – per Schnellboot und Armeehubschrauber. Die nächsten Übungstermine stehen bereits fest. Für die Oldenburg geht die Fahrt weiter Richtung Zypern: im Einsatz für mehr Stabilität und Sicherheit, gegen Waffenschmuggel und Terrorismus im östlichen Mittelmeer.


















